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Heimatverein Hundheim 2000 e.V.

17.10.2014: Fahrt nach Guedelon

Nachbericht Fahrt nach Guédelon

(Text durch Roswitha und Meinhard Polok, für einen Artikel in der Morbacher Rundschau vom 17.Oktober 2014. Dieser Artikel erschien sowohl für Heimatverein Hinzerath als auch für Heimatverein Hundheim.)

Am ersten Oktober-Wochenende war es soweit. Die von den Heimatvereinen aus Hundheim und Hinzerath initiierte und von der Firma Marx-Reisen organisierte Fahrt zur Burganlage Guédelon im französischen Burgund startete. Bei schönstem Herbstwetter machten sich 40 Interessierte auf den Weg nach Frankreich, um das Projekt Guédelon in Augenschein zu nehmen.
Auf dem Weg dorthin legten wir einen Zwischenstopp in der Kleinstadt Troyes ein. Eine charmante und äußerst kompetente Stadtführerin geleitete uns durch das bezaubernde Altstadtviertel mit seinen bunten Fachwerkhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert und den prächtigen Kirchen. Anschließend blieb noch genügend Zeit zur freien Verfügung, um bei schönsten Wetter eine Pause in einem der vielen Straßencafés zu machen und dem bunten Treiben auf dem Markplatz zuzuschauen.
Weiter ging die Fahrt danach noch bis Auxerre, wo wir übernachteten. Den immer noch sehr schönen Abend nutzten wir zu einem Bummel durch das schöne Städtchen an der Yonne.
Am Sonntagmorgen stand dann der eigentliche Grund für unsere Reise, nämlich der Besuch der Burganlage Guédelon ungefähr 40 km südwestlich von Auxerre auf dem Plan. Leider hatte sich das schöne Wetter über Nacht verabschiedet und die Besichtigung war nur mit Regenschirmen oder Regencapes und wasser- bzw. „matschfesten“ Schuhen möglich. Das schlechte Wetter tat dem Interesse an der Burg aber keinen Abbruch. Zumal uns auch hier ein sehr versierter Führer Rede und Antwort stand und uns die Anlage und deren Werdegang sehr anschaulich erklärte.

Guedelon 1

Begonnen wurde das Projekt im Jahr 1997 nach langer Standortsuche. Den fand man letztendlich hier in einem aufgelassenen Steinbruch mitten im Wald, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft auch alle weiteren Baumaterialien wie Holz, Sand, Wasser etc. zu finden waren. Entstehen wird letztendlich eine sog. philippinische Burg, die voraussichtlich 2025 fertiggestellt sein wird. Gearbeitet wird ausschließlich nach mittelalterlichen Methoden und mit einfachen zeittypischen Werkzeugen. Rund um die Burg haben sich die unterschiedlichsten Handwerker niedergelassen, die Dachschindeln, Körbe, Fliesen, Nägel, Töpferwaren, Seile etc. und sogar Wolle und Kleidung herstellen. Denn die Arbeiter auf der Baustelle tragen sogar mittelalterliche Gewänder.

Guedelon 2

Guedelon 2

Einziges Zugeständnis an die Neuzeit sind Stahlkappenschuhe und Schutzbrillen.Anfinanziert wurde das Projekt seinerzeit mit 2,5 Millionen Euro durch den französischen Staat und die EU. Inzwischen trägt es sich dank der Eintrittsgelder von rund 300.000 Besucher im Jahr und vieler Spenden selbst.
Manches hätte es an diesem Sonntag in Guédelon noch zu sehen und zu entdecken gegeben, aber uns stand ja noch eine lange Heimreise bevor. Interessant wäre es auf alle Fälle, dieses Projekt in einigen Jahren nochmals zu besuchen und zu sehen, wie es sich entwickelt hat.

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